Unser Deutschunterricht
Wir begrüßen unsere zukünftigen Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen ganz herzlich an unserem Gymnasium und wir wollen Euch von Seiten der Lehrerinnen und Lehrer einen kurzen Eindruck vermitteln, was Euch im Deutschunterricht an unserer Schule alles erwartet.
Wir möchten Euch zeigen,
wie man mit unserer Sprache spielen kann
und was man über unsere Sprache lernen kann,
wie man schreiben kann,
wie man Sprache verstehen kann,
so dass wir miteinander lernen und uns gegenseitig besser verstehen können.
"Im Teig kuwaken die Frösche, ich mag ihr quaken im Teich, aber wirklich verstehen kann ich sie nicht."
Hier ist so einiges faul in diesem Satz. Lasst uns gemeinsam lernen, wie er richtig geschrieben wird.
Ob wir danach die Frösche besser verstehen, wissen wir wirklich nicht. Ihr???
Übrigens in der 6. Klasse gibt es jedes Jahr einen Lesewettbewerb mit tollen Buchpreisen.
Da wir regelmäßig am Wettbewerb "Jugend debattiert" teilnehmen, habt ihr die Möglichkeit, bis zur
Entscheidung auf Bundesebene voranzukommen.
Und nun weiterhin viel Vergnügen auf den Seiten der HLS!
Lesewettbewerb
Am 04.12.2012 findet der Wettbewerb für den Jg. 6 unter der Leitung von Frau Vinals-Stein statt.
Sie wird die Schülerinnen und Schüler bzw. die Kolleginnen und Kollegen zeitig informieren.
Jugend debattiert
Vom 05.11.-14.12.2012 werden die Klassensieger der Jg. 8-10 (Altersstufe 1 u. 2) in den Klassen ermittelt.
Die Jeweiligen Siegerinnen und Sieger werden der Kollegin Caliebe bzw. den Kollegen Borgstedt und Klene schriftlich gemeldet.
Am 07.01.2013 werden die Themen für die Schulsiegerinnen und Schulsieger verteilt.
Am 14.01.2013 werden die Schulsieger der Jg. 8-10 in der HLS ermittelt.
Die Sieger der Schulentscheidung vom 14.01.2013 sind:
Altersstufe 1:
1. Platz: Mark Bandmann (9 Nat 2)
2. Platz: Jacqueline Kamberaj (9FL1)
Altersstufe 2:
1. Platz: Lisa Höppner (10 FL2)
2. Platz: Misheel Enkh Amgalan (10FL2)
Die Sieger der HLS im Regionalverbund (Helene-Lange-Gymnasium, Leibnizschule u. Andreaneum-Hildesheim)
Altersstufe 2:
1. Platz: Lisa Höppner
Altersstufe 1:
2. Platz: Mark Bandmann
Wir gratulieren unserer Siegerin und unserem Sieger zu ihrer tollen Leistung und wünschen ihnen viel Erfolg in den weiteren Entscheidungen auf Landesebene.
Literatur bearbeiten
Klasse 9 Nat 2
„Der Richter und sein Henker“ v. Fr. Dürrenmatt
Bearbeitung: Mark Bandmann
Der Schlaf des Gerechten-
16. Kapitel
Zum ersten Mal seit mehreren Tagen zeigte sich die Sonne in den Tessenbergdörfern. Sie besprenkelte den Boden mit Lichtstreifen, nachdem sie die Baumwipfel durchdrungen hatte. Obwohl der Tag gerade erst begonnen hatte, genossen viele, im sonst so verschlafenen Lamboing die wärmenden Strahlen. So auch Tschanz, der verträumt die Straße in Richtung Dorf entlangschritt und an den Fall dachte, es hatte sich sehr viel gestern und in der Nacht davor ereignet, sodass er das erst einmal verarbeiten musste. Er dachte an den Beginn des Falls als er dem Kommissär vorgestellt wurde und mit ihm die ersten Ermittlungen anstellte, die Fahrt nach Lamboing, die Suche nach Gastmann und an den Hund, den er niedergeschossen hatte, um Bärlach zu retten. Er ging alle Einzelheiten noch einmal durch und feierte dabei seinen Triumph.
30 Stunden zuvor:
Gegen zwei Uhr Nachts wachte Bärlach plötzlich auf. Er war früh zu Bett gegangen, hatte auch auf den Rat Hungertobels hin ein Mittel genommen, das erste Mal, sodass er sein heftiges Erwachen diesen ihm ungewohnten Vorkehrungen zuschrieb. Doch dann vernahm er etwas Ungewohntes in seinem Haus, ein leichter Luftzug streifte seine linke Wange. Er spürte, wie sich auf seinem Rücken eine leichte Gänsehaut bildete, ein ungewohntes Gefühl, an das er sich nicht mehr erinnern kann, seit er nach Bern gekommen war. Er verspürte etwas wie Aufregung, was er auch der Intensität seines Falls zuschob.
Nun hörte er das unvergleichliche Knarren seiner Eingangstür und zeitgleich das Knirschen von Sand unter Schuhsohlen in seinem Arbeitszimmer, er war vollends elektrisiert. Es war keine Einbildung, er musste etwas unternehmen, erhob sich vom Diwan, ergriff sein türkisches Messer und schlich fast lautlos, um nicht zu früh von den anderen beiden geortet zu werden, zum anderen Ende der Bibliothek, in der er gelegen hatte. Neben den Romanen von Kafka und Dürrenmatt postierte er sich und wartete auf weitere Geräusche.
Die Haustür schloss sich leise und die Dielen im Flur gaben dem Gewicht des Eindringlings mit einem Knartschen nach. Wiederum zeitgleich stoppte die Person in seinem Arbeitszimmer in der Bewegung, was die auf dem Flur gar nicht zu merken schien, da er sich kontinuierlich von der Haustür entfernte und sich in Richtung Bibliothek am anderen Ende des Gangs bewegte. Bärlach stockte vor Aufregung der Atem, was ihm noch nie in seiner gesamten Dienstzeit passiert war. Er fühlte sich schwach, da auch die Schmerzen wieder eingesetzt hatten, sein Magen zog sich zusammen, er stöhnte leise unter dem Druck. Der andere stand schon in der Tür und blickte in den düsteren Raum, nur etwas Mondlicht erhellte ihn. Bärlach wusste sofort, dass es Tschanz war, weil er wieder den gleichen Mantel wie Schmied trug, doch was nützte ihm das? Tschanz war gekommen um ihn zu töten, weil er keinen anderen Ausweg mehr sah, das wusste er. Der Kommissär müsste jetzt handeln, Tschanz war weiter in den Raum hineingetreten und zog eine Taschenlampe hervor mit der er die Regale und Wände prüfte. Er schwenkte sie immer weiter in die Richtung, in der sein Kollege stand. Gleich war es für Bärlach zu spät, er nahm sein Messer, dessen Dasein er sich erst jetzt wieder bewusst wurde und warf es nach der Weinflasche, von der er gestern Abend getrunken hatte und die jetzt rechts neben Tschanz unterhalb seiner Wolldecke auf dem Diwan stand. Sie fiel mit einem lauten Klirren um, Tschanz wirbelte herum zum Diwan. Das war Bärlachs Gelegenheit, er kippte das Regal mit den Romanen auf Tschanz, der unter Mengen von staubtrockenen Büchern begraben wurde, dabei löste sich aus Tschanz Waffe ein Schuss, dessen Kugel sich in das Holz der Wand gegenüber bohrte. Tschanz schien bewusstlos. Bärlach lief so schnell er konnte zu Tschanz, entwendete ihm die Waffe und spurtete durch den Flur nach draußen. Dort kauerte er sich hinter die schwarze Limosine von Gastmann und dachte, er müsse der andere Eindringling sein. Während Bärlach durch die Hintertür in Gastmanns Wagen gelangte und im Nachbarhaus die Polizei wegen des Schusses gerufen wurde, stand Gastmann inzwischen in der Bibliothek und beäugte Tschanz, der sich regungslos am Boden liegend befand. Gastmann stellte resigniert fest, dass Bärlach, der das Mordopfer dieser Nacht sein sollte, die Flucht nach vorn gewagt hatte und er ihn nicht mehr erwischen und töten konnte, zumindest nicht in dieser Nacht, glaubte er jedenfalls und verließ das Haus. Tschanz ließ er einfach zurück.
17. Kapitel
Gastmann trat in den nächtlichen Nebel hinaus, was ihn kurz schaudern ließ, weil er kaum seinen Wagen 30 Schritte von ihm entfernt erkennen konnte. Es wäre eine so schöne Mordnacht gewesen dachte er, während er zu seinem Wagen ging. Dabei warf er einen Blick auf die verkümmerte alte Gestalt, die ihn vom Fenster des Nachbarhauses anstarrte. Er schenkte ihr keine weitere Beachtung, weil er in der Ferne die Sirene der Berner Gendamerie
vernahm. Ihr kriegt mich sowieso nicht nicht, sagte er, lief in die weiße Suppe hinein.
Er öffnete die Tür zu seinem Wagen ohne zu bemerken, dass Bärlach auf der Rückbank lag und darauf wartete, dass Gastmann den Wagen startete. Es schien ihm wie eine halbe Ewigkeit, bis er endlich losfuhr, während die Sirene der Polizei näher kam. Gastmann beschleunigte den Wagen und brachte ihn in einem halsbrecherischem Tempo auf den Weg nach Lamboing, denn er hielt es für sinnvoll, Bärlach später zu töten und nicht noch in dieser Nacht, es würde zu viel Aufsehen erregen, wenn in dieser Nacht neben Tschanz noch Bärlach starb - und er hasste Aufsehen.
Gastmann reduzierte seine Geschwindigkeit, weil er in der Ferne die Lichter des Polizeiwagens erkennen konnte und er nicht von der Polizei gestoppt werden wollte.
Bärlach beruhigte sich ein wenig auf der Rückbank, das hohe Tempo hatte ihm zu schaffen gemacht. Das andere Auto glitt vorbei und Gastmann verfiel diesmal nicht in das halsbrecherische Fahren und sagte laut und deutlich: „Guten Abend, Komissär!“
Woher weiß Gastmann das denn schon wieder, dachte sich Bärlach auf der Rückbank liegend, eigentlich war es zu dunkel, um etwas zu erkennen. Bärlach regte sich nicht. Er hielt den Atem an, Gastmann fuhr weiter. Der Nebel war inzwischen nicht mehr so dicht und er konnte die Straße vor ihm besser überblicken, so sah er die vielen Schlaglöcher im Asphalt, die den Wagen bei jeder Senke humpeln ließen. Bärlach hatte bei jedem das Gefühl als würde ihm der Boden wegsacken.
Gastmann wiederholte das Gesagte noch einmal und meinte, man könne ihm ebenso einen guten Abend wünschen. Der Kommissär setzte sich aufrecht und blickte starr zum Seitenfenster hinaus, wo er die Jurafelsen in einiger Entfernung erkennen konnte. Sein Widersacher wandte sich nach hinten und blickte ihn an, bis zum nächsten Schlagloch, das so tief war, dass die Karosserie den Asphalt schrammte und einige schwarze Lacksplitter zurückblieben. Gastmann zuckte so heftig zusammen, dass er sich wieder nach vorne wandte, um die Fahrt besser kontrollieren zu können. Bärlach schwieg weiter und bewegte sich nicht.
Er blickte in den Abgrund, von dem das Auto nur zwei Schritte entfernt langfuhr. Vor zwei Jahren war hier ein Auto bei Nacht und Nebel abgestürzt und unten auf den scharfkantigen Felsen zerschellt. Seitdem fuhren hier alle vorsichtiger, alle, außer Gastmann natürlich, der stets die Herausforderung suchte und den Wagen mit möglichst hoher Geschwindigkeit durch diese Passage nach Lamboing steuerte. Bärlach wusste um Gastmanns Fahrkünste und machte sich deswegen keine Sorgen darüber, dass es für ihn gefährlich werden könnte.
Doch dann kam ihm eine Idee.
18. Kapitel
Nachdem sie endlich an der Twannbachschlucht vorüber waren, fing Bärlach an sich zu regen. Er sagte laut in Gastmanns Ohr, der ihn gar nicht mehr zu beachten schien und offenbar etwas anderes mit Bärlach vorhatte: „Guten Morgen!“ Gastmann zuckte merklich zusammen. Er hielt an, atmete einmal durch, sah aus dem Fenster auf den Wald an der anderen Seite der Twannbachschucht. Nun merkte er, dass sich auf der Rückbank etwas regte. Er wollte sich nach hinten wenden, doch dann spürte er einen leichten Druck an seinem Hinterkopf, die betroffene Stelle wurde kalt, es musste Metall sein, dachte sich Gastmann.
„Mensch Bärlach, du schaffst es wirklich noch mich zu überraschen auf deine alten Tage. Ich dachte, du hast abgebaut seit du deinem Vorgesetzten in Frankfurt eine gescheuert hast“, meinte Gastmann nicht ohne Bewunderung.
„Falsch gedacht!“, gab Bärlach eiskalt zurück.
„Du hast dich verändert, früher hättest du das nicht getan, du arbeitest viel lieber mit Verstand. Waffen, seit wann nutzt du die, das passt nicht zu einem Kriminalisten wie dir? Hast du jemals einen Menschen getötet? Ich weiß von keinem, aber ich konnte ja deine Karriere nicht immer mitverfolgen“, entgegnete Gastmann.
„Nein, ich töte keine Menschen, aber bei dir mache ich eine Ausnahme, du hast es mehr als verdient!“
„Na, das wirst du nicht tun. Seit wann bist du denn so böse auf mich, Bärlach?“, fragte Gastmann mit zittriger Stimme.
„Schon immer“, Bärlach umfasste den Griff der Waffe aus Buchenholz etwas fester und drückte ihn stärker in die Kopfhaut seines Vordermanns.
„Warum?“
„Die Gerechtigkeit muss siegen!“, Bärlach wurde lauter. In diesen Momenten zogen an Bärlach alle Momente mit Gastmann vorbei, vom Abschluss der Wette bis zu dem Augenblick, als Gastmann hinter seinem Schreibtisch saß.
„Du wirst ab jetzt ein schlechtes Gewissen mit dir forttragen, wenn du mich erschießt!“
„ Ja, da magst du Recht haben, ich werde mir wohl vorwerfen, warum ich dich nicht schon früher erschossen habe. Ich hätte dem Rest der Welt einen Gefallen getan!“
Das war das Letzte was Gastmann hören konnte, die Kugel des Armeerevolvers von Tschanz bohrte sich durch sein Hirn und zerfetzte sein rechte Augenhöhle, das Auge selbst blieb an der Kugel kleben, welche die Frontscheib von Gastmanns Limousine zersplittern ließ. Gastmann sackte in sich zusammen, sein Kopf fiel auf das Lenkrad. Das Leben hatte ihn schon verlassen, bevor er noch etwas erwidern konnte.
In aller Seelenruhe verließ Bärlach den Wagen, steckte sich eine Zigarette in Brand, lehnte sich mit der linken Hüfte an den rechten Kotflügel und blies den Qualm in die nächtliche Stille hinein. Bärlach überlegte, was zu tun sei. Er öffnete die Beifahrertür und stellte fest, dass dieses Auto ein Telefon besaß. Er wählte die Nummer von Lutz und sprach kurz mit ihm.
19. Kapitel
Am nächsten Morgen wachte Bärlach in seinem Dienstzimmer auf, er hatte den Rest der letzten Nacht auf dem Revier verbracht, weil er nicht mehr die Kraft hatte nach Hause zu fahren. Tschanz war noch in der selben Nacht ins Klinikum in Bern gebracht worden, er hatte schwere Kopfverletzungen, sei aber auf dem Weg der Genesung. Zwei Polizisten hatten Gastmanns Wagen abgeholt und ihn samt Bärlach auf die Wache nach Bern gebracht.
Bärlach erklärte Lutz, es sei Notwehr gewesen, Gastmann war im Begriff seine Waffe zu ziehen, deswegen musste Bärlach abdrücken. Lutz meinte, dann sei es in Ordnung, er würde sich vor von Schwendi verantworten und Gastmann als gewalttätig darstellen.
Bärlach verließ die Wache und begab sich nach Hause, um sich dort weiter auszuruhen.
Am Nachmittag suchte Bärlach Dr. Hungertobel auf, um die Operation an sich durchführen zu lassen. Sie verlief erfolgreich, allerdings solle sich der Kommissär in den nächsten Tagen nicht allzu sehr anstrengen und Acht auf sich geben. Sollte er dennoch Beschwerden in der Magengegend haben, müsse er erneut operiert werden.
Bärlach bestellte sich ein Taxi und fuhr durch die sternenklare Nacht nach Hause, es war sehr spät geworden, denn Dr. Hungertobel hatte einen sehr vollen Terminplan und musste die Operation von 17 auf 18 Uhr verschieben. Erschöpft von diesem Tag und der vorangegangenen Nacht lehnte sich Bärlach an die kühle Fensterscheibe und schaute den anderen Bewohnern Berns auf dem Weg nach Hause zu.
Als das Taxi angekommen war und Bärlach sein Haus betrat und den Weg in die Bibliothek wählte, war das Chaos, das Bärlach erwartet hatte, beseitigt. Es mussten die Polizisten bei ihm aufgeräumt haben, doch dann sah er auf dem Diwan Tschanz sitzen, der ihm freundlich zunickte. Tschanz hatte das Chaos beseitigt, wie sich in dem anschließenden Gespräch herausgestellte. Bärlach dankte ihm und setzte sich in den Lehnstuhl gegenüber.
„Wie geht es ihnen Tschanz - er trug eine Kopfbinde -?“, begann Bärlach das Gespräch von Neuem.
„Der Kopf schmerzt sehr, ihr Regal ist äußert schwer. Dazu kommt, dass Gastmann es mit großer Kraft umgestoßen haben muss. Er war es doch, der mir hier im Haus aufgelauert ist, oder?“
„Ja, ich war im Arbeitszimmer, konnte aber nicht eingreifen, weil ich bei der Dunkelheit dich nicht von ihm unterscheiden konnte. Ich sah dann meine Chance mich zu verziehen, ich nahm deine Waffe und rannte so schnell es ging zu Gastmanns Auto, dort wollte ich ihn stellen“, meinte der Kommissär.
„Das ist ihnen dann später ja auch gelungen, nun gut, der Fall ist abgeschlossen. Wir haben gute Arbeit geleistet, obwohl wir zwischendurch einige Meinungsverschiedenheiten hatten. Aber dafür, dass wir einen Schwerverbrecher hinter Gitter bringen konnten, haben wir wirklich gut gearbeitet“, lobte Tschanz.
Bärlach starrte an die kahle Wand, er wusste nicht, wie er weiter mit ihm verfahren soll. Er bat ihn zu gehen.
20. Kapitel
Tschanz ging weiter seines Weges und blickte in die Sonne, es war ein herrlicher Morgen. Doch trotz des Sonnenscheins fröstelte er, denn die Temperaturen waren immer noch recht niedrig. Er schlug den Weg zu seinem blauen Mercedes ein, um wieder zurück nach Bern zu fahren. Er hatte heute Dienst.
Er fuhr die Straße von Lamboing entlang, vorbei an der Brücke, durch den Wald bis zu den weißen Felsen, dort verringerte er sein Tempo, er dachte an Schmied. Es war schattig hier, die Sonne kam hier nur sehr selten hin, da dieses Stück dem Norden zugewandt war.
Plötzlich stand in der Mitte der Straße eine Person auf der Straße, Tschanz dachte an einen Spaziergänger, der die Frische des Morgens spüren möchte. Der Polizist bremste seinen Wagen ab, der andere ging mittig auf der Straße, sodass Tschanz nicht vorbeifahren konnte. Er drückte auf die Hupe, aber die Person vor ihm schien nicht zu reagieren. Dann wurde der Weg etwas breiter und Tschanz fuhr auf der rechten Seite im Schritttempo neben der Person und kurbelte sein Fenster hinunter, und meinte sie könne ruhig etwas Acht auf die Autos hinter sich geben. Außerdem meinte er, er sei Polizist und würde den Spaziergänger auf der Wache befragen, wenn er im Dienst wäre. Die Person hielt es nicht für nötig sich zur Seite zu wenden. Tschanz wollte wieder den Mund aufmachen, doch er konnte nichts mehr sagen, die Gestalt war schneller.
„Für Schmied“, fuhr sie ihn an und erschoss ihn mit einem Armeerevolver. Die Kugel drang auf der linken Schläfe in ihn ein und aus der rechten wieder heraus.
21. Kapitel
Am nächsten Morgen, als Alphons Clenin, der Polizist von Twann, zum zweiten Mal die scheinbar gleiche Person am gleichen Ort, im gleichen Auto, mit der gleichen Kleidung tot auffand, hielt er es erst für einen äußerst schlechten Scherz, begab sich dann aber in psychiatrische Behandlung, als er wieder im Dorf ankam. Er wurde in die Irrenanstalt eingewiesen, er konnte sich nicht mehr von diesem Schock erholen.
Der Mord an Tschanz blieb ungeklärt, bis Bärlach ein Jahr danach am dritten November neunzehnhundertneunundvierzig an seiner Magenkrankheit starb und in einem Brief an Lutz deutlich machte, er habe Tschanz und Gastmann vorsätzlich der Gerechtigkeit wegen getötet. Dazu lieferte er den Beweis, dass Tschanz Schmied getötet hat, indem er die Kugel aus Gastmanns Hund und die vom Tatort beilegte. Lutz konnte seine Handlung gut nachvollziehen. Er lehnte sich in seinem Schreibtischstuhl und sagte laut in den Raum hinein:
„Er war ein großartiger Kriminalist, doch nun ist er nicht mehr, aber dennoch führt er den Schlaf des Gerechten!“