In Latein begegnen die Schülerinnen und Schüler der Welt der Römer und – durch sie vermittelt – der Welt der Griechen. Die Antike bildet einerseits einen wesentlichen Teil unseres kulturellen Fundaments, andererseits ist sie uns aufgrund der Entfernung gleichzeitig auch fremd. Schon im Lehrbuch lesen die Schüler*innen Geschichten zum Lebensalltag der Römer, Mythen, Erzählungen, historische und politische Inhalte sowie kunstvolle poetische Texte. Eine sehr gründliche rhetorische Schulung war die Basisausbildung jedes römischen Autors.

Die Schülerinnen und Schüler übersetzen die lateinischen Texte ins Deutsche. Dabei wird das Verstehen der Grammatik geschult. Ausdauer ist gefordert, wenn eine den Sachverhalt möglichst präzise treffende Wiedergabe mit deutschen Ausdrücken und Formulierungen gesucht wird. Dies ist ein kreativer Prozess, der im Unterricht immer wieder zu lebhaften Diskussionen führt. Gleichzeitig werden das Ausdrucksvermögen in der Muttersprache und der Wortschatz trainiert.

Das genaue Übersetzen veranlasst die Schüler*innen dazu, sich in die Gedankenwelt des antiken Menschen hineinzuversetzen. Dies fordert einerseits genaues Hinhören und Toleranz gegenüber anderen Denkweisen ein, andererseits verlangt es auch eine rational begründete Bestimmung der eigenen Position.

In den Phasen der Interpretation wird diese inhaltliche Auseinandersetzung vertieft. Ergänzend lernen die Schüler*innen antike Bildwerke und Baudenkmäler kennen; moderne Texte, Filme, Bilder und Theaterstücke werden kontrastiv hinzugezogen.

So wird ein interkultureller Dialog gefördert; der eigene Horizont wird erweitert.